Die Erstanfertigung einer Augenprothese nach einer Operation – Ablauf der Modellbehandlung
Die Erstanfertigung einer Augenprothese wird auch Modellbehandlung genannt. Sie ist der erste Schritt zur individuellen Versorgung nach dem Verlust eines Auges. Ziel dieser Behandlung ist es, eine Augenprothese anzufertigen, die gut sitzt, angenehm zu tragen ist und ein möglichst natürliches Aussehen ermöglicht. Gleichzeitig unterstützt die Prothese die Form der Augenhöhle und trägt zum Erhalt der Lidfunktion bei.
Die Modellbehandlung wird durch einen Ocularisten durchgeführt und erfolgt in mehreren Schritten.
Erstgespräch und Beurteilung der Augenhöhle
Zu Beginn findet ein persönliches Gespräch statt. Dabei werden unter anderem folgende Punkte besprochen:
- Zeitpunkt, Grund und Art der Operation
- bisherige Versorgung (falls vorhanden)
- persönliche Fragen und Wünsche
- Umgang mit der Augenprothese im Alltag
Anschließend wird die Augenhöhle betrachtet, um die passende Größe und Form der Prothese bestimmen zu können. Dabei geht es ausschließlich um die prothetische Versorgung, nicht um eine medizinische Untersuchung.
Die Erstanpassung ist in der Regel möglich, sobald die Augenhöhle ausreichend verheilt ist. Der richtige Zeitpunkt ist meist 2-3 Wochen nach einer Operation.
Anpassung der Modellprothese
Im nächsten Schritt wird eine erste Modellprothese angepasst. Dabei handelt es sich um eine speziell angefertigte Augenprothese aus Glas, die als Grundlage für die endgültige Versorgung dient.
Die Modellprothese wird vorsichtig eingesetzt und in Form und Größe angepasst. Häufig sind mehrere Anpassungen notwendig, um einen optimalen Sitz zu erreichen.
Dabei wird besonders auf folgende Punkte geachtet:
- gute Lage der Prothese in der Augenhöhle
- ausreichende Unterstützung der Lider
- harmonische Stellung im Vergleich zum gesunden Auge
- angenehmes Tragegefühl
Die Modellprothese bildet die Grundlage für die weitere Anfertigung. Das Einsetzen der Modellprothese ist in der Regel schmerzfrei.
Individuelle Gestaltung
Nach der Formanpassung wird die Augenprothese individuell gestaltet. Dabei orientiert sich der Ocularist am gesunden Auge.
Unter anderem werden angepasst:
- Irisfarbe
- Pupillengröße
- Farbton der Lederhaut
- feine Gefäßzeichnungen
Die Anfertigung erfolgt in sorgfältiger Handarbeit. Ziel ist eine möglichst natürliche Übereinstimmung mit dem vorhandenen Auge.
Fertigstellung der Augenprothese
Nach Abschluss der Modellbehandlung wird die individuell angefertigte Augenprothese eingesetzt und nochmals überprüft.
Dabei wird darauf geachtet, dass:
- die Prothese sicher sitzt
- die Lider gut unterstützt werden
- ein natürliches Erscheinungsbild erreicht wird
- die Prothese angenehm zu tragen ist
Falls erforderlich werden noch kleine Anpassungen vorgenommen.
Einweisung in Handhabung und Pflege
Zum Abschluss erhält der Patient eine ausführliche Anleitung zum Umgang mit der Augenprothese. Dazu gehören unter anderem:
- Einsetzen und Herausnehmen der Prothese
- Reinigung und Pflege
- empfohlene Tragezeiten
- regelmäßige Kontrolltermine
Gerade in der ersten Zeit können Veränderungen der Augenhöhle auftreten. Deshalb sind regelmäßige Vorstellungen beim Ocularisten wichtig, damit die Prothese bei Bedarf angepasst werden kann.
Ziel der Modellbehandlung
Die Modellbehandlung ist die Grundlage für eine dauerhaft gut sitzende Augenprothese. Eine individuell angepasste Prothese trägt dazu bei, das äußere Erscheinungsbild wiederherzustellen, die Lider zu stabilisieren und die Augenhöhle in ihrer Form zu erhalten.
